San Francisco Sprachreise: Yosemite Park, Sacramento und Muir Woods

Am Donnerstag entschieden wir uns dazu ein Auto zu mieten. Hierbei haben wir uns für den Autoverleih “Enterprise” entschieden. Nach längerem Suchen sowohl im Internet als auch durch Unterhaltungen mit Mitstudierenden kristallisierte sich dieser Anbieter als Bester heraus. Wir nahmen den günstigsten Wagen für 3 Tage und buchten diesen über deren Website. Kurioserweise kostete uns der Wagen gerade mal umgerechnet 30 EUR, was in San Francisco ein absolutes Schnäppchen darstellt.

Am Freitag war es dann soweit. Wir fuhren mit zwei Studenten mittels öffentlicher Verkehrsmittel zum Autoverleih. Als wir die Vertragsunterlagen vervollständigten und zu dem Punkt kamen, wo die Mietgebühr und Kaution von der Kreditkarte verbucht werden sollten, trat ein großes Problem in Kraft: Die Mietgebühr beträgt zwar 30 EUR, die vorläufige Kaution jedoch 200 EUR. Da wir die Kreditkarte bereits anderweitig missbraucht haben (Shopping *G*) und eine derartige Kaution unseren Kreditrahmen sprengen würde konnte die Buchung nicht vollzogen werden. Hierbei bekamen wir dann natürlich Panik, weil durch den Wegfall des Mietwagens die drei wichtigsten Sightseeing Ziele flachfallen würden. Nachdem wir eine Stunde auf die Leute eingeredet bzw. sie ganz traurig angeschwiegen haben, ließen sie sich auf einen alternativen Deal ein. So zahlten wir die 30 EUR in bar und die Kaution wurde dann kurzer Hand auf 100 EUR gesenkt, was unsere Kreditkarte dann wieder akzeptierte :) Als wir uns den Mietwagen dann aus nächster Nähe ansahen währe ich beinahe aus meinen Sandalen gekippt. Wir bekamen einen (fast) neuen Mazda 5 mit Automatikgetriebe gestellt. Da ich (Waldemar) noch nicht groß genug bin durfte nur Anni das Auto fahren; andernfalls würden wir einen Aufpreis von 10 EUR pro Tag hinnehmen müssen ;)

Samstag mussten wir bereits um 4 Uhr Morgens aufstehen um dem Berufsverkehr zuvorzukommen und so viel wie möglich vom Tag zu haben. Nachdem wir alles wichtige gepackt und gefrühstückt haben, machten wir uns schließlich um 6:30 Uhr auf den Weg. Aufgrund der neuen Verkehrssituation steuerte Anni das Auto zwar wie ein Ruderboot, aber mir wurde zum Glück nur selten übel *g*. Interessanterweise halten sich die Amerikaner kein Stück an die vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzungen. Obwohl lediglich 65 Meilen pro Stunde erlaubt sind kam es uns vor als würden auf einem Fahrrad über den Highway fahren. Da uns das Geld jedoch nicht allzu locker sitzt, hielt sich Anni strickt an die Vorgaben, was meistens in einem Hub-Orchester endete. Wir waren im übrigen der Dirigent ;) Nach 4 Stunden Fahrt kamen wir endlich im Yosemite Nationalpark an und verbrachten den Rest des Tages damit uns über die wunderschöne Naturlandschaft zu erfreuen. Wenn man sich erst im Park befindet, kommt es einem vor, als würde man die Tür der Welt hinter sich schließen und etwas nie dagewesenes erforschen. Aufgrund der immensen Größe des Parkes von 3.081 km² konnten wir während unseres Aufenthaltes gerade mal einen Krümmel des Kuchens erkunden. Ich habe noch nie soviel unberührte Natur auf einem Haufen gesehen. Wenn von unberührter Natur die Rede ist, dann sind auch die freilebenden Tiere gemeint wie beispielsweise Bären, Luchse, Rehe und Eichhörnchen. Letztere sahen wir des Öfteren, speziell beim Essen versuchten diese Gauner etwas zu ergattern. Am Ende des Tages war unser Kurzausflug zum Yosemitepark vorbei und wir machten uns auf den Weg nach Sacramento um die Schwiegereltern des Bruders meiner Frau zu besuchen.

4 Stunden später um 23:30 Uhr des selben Tages sind wir in Sacramento angekommen und ahnten noch nicht, was uns am Sonntag des Folgetages erwarten würde. Die Bevölkerung von Sacramento besteht zu 49,5% aus russisch sprechenden und 49,5% aus spanisch sprechenden Menschen. Lediglich 1% spricht dauerhaft englisch. Dummerweise gehört unsere Zielgruppe zu der russisch sprechenden Bevölkerung. Zu unserem Glück verstanden sie jedoch einen gewissen Anteil an Englischer Sprache und ich einen gewissen Teil der Russischen Sprache. So haben sie dann zu uns auf russisch und wir zu ihnen auf englisch gesprochen. Es ist ganz schön verwirrend zwei Sprachen zeitgleich unterscheiden zu müssen. Am nächsten Tag mussten wir bereits um 7 Uhr morgens aufstehen um uns für den Gottesdienst zu rüsten. Mir war bereits im Vorherein klar, dass dies kein Zuckerschlecken sein wird. Der Gottesdienst verlief komplett in russisch und war wir bereits befürchtet, recht konservativ. Anni hatte im zweiten Teil am wenigstens zu lachen, denn neben ihr saß ein Mann der stärkeren Mundgeruch hatte als eine Biotonne im Hochsommer. Wenigstens Sie konnte sich ein wenig ablenken, auch wenn die Ablenkung zum Größten Teil aus “Luft schnappen” bestand. Um 14:30 Uhr machten wir uns dann bereits auf den Rückweg nach San Francisco. Grund für die frühe Abreise war der geplante Besuch von Muir Woods. Während des Rückwegs machten wir jedoch einen kurzen Umweg zum Walmart und wurden von den extrem tiefen Preisen ergriffen. Und so wurde ein kleiner Umweg zum Nachmittagsprogramm.

Gegen 19:30 Uhr sind wir dann endlich in San Francisco angekommen um uns für den sinnvollen Montag zu rüsten, der hauptsächlich aus Schule bestand. Ihr merkt vielleicht den Sarkasmus in dem vorherigen Satz, aber es ist tatsächlich der Fall, dass wir die Schule und deren Programm in Frage stellen; dazu jedoch später mehr. Auf jeden Fall haben wir uns dazu entschieden (Kinder sollten an dieser Stelle nicht weiterlesen) die Schule am Montag zu schwänzen. Angesichts der Tatsache, dass ein Test anstand, konnte ich meine Gewissensbisse gut im Zaum halten. Ein weiterer Grund war die Miete des Autos, welche am Montag um 15 Uhr bereits enden würde.

Am Montag sind wir dann zu den Muir Woods gefahren um die größten Bäume der Welt zu sehen. Diese haben ein Alter zwischen 500 und 800 Jahren. Zu Beginn ist es tatsächlich imposant derart große Bäume zu sehen. Nach einer Stunde jedoch sind diese Bäume auch nicht viel anders, als die, die man von woanders kennt. Vielleicht liegt es auch daran, dass seit dem Besuch des Yosemite Parks nichts mehr imposant genug sein kann. Wahrscheinlich hätte wir zuerst zu den Muir Woods und im Anschluss zum Yosemite Park fahren sollen, um eine Steigerung wahrzunehmen *G*

Bilder zu den diversen Teilen folgen später :)

Eine Antwort zu “San Francisco Sprachreise: Yosemite Park, Sacramento und Muir Woods”

  1. Weny Möckof sagte am

    Hammer! Das hätte ich gar nicht geglaubt :)

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